Was ist eine Stückliste?
Ein „Homeoffice-Set“ kann beispielsweise aus einer Tastatur, einer Maus und einem USB-Hub bestehen. Der Kunde kauft eine Position; das Lager muss trotzdem drei unterschiedliche Komponenten bereitstellen. Genau diese Übersetzung leistet die Stückliste.
In der Warenwirtschaft verbindet sie deshalb Artikelstamm, Verfügbarkeit, Kommissionierung und Bestandsbewegung. Sie ist keine Rechnungspflichtangabe und kein Ersatz für eine technische Konstruktionszeichnung.
Welche Angaben in eine Stückliste gehören
- Hauptartikel: eindeutige SKU und Bezeichnung des Sets oder Erzeugnisses.
- Komponente: eindeutige SKU beziehungsweise Artikel-ID jedes Bestandteils.
- Menge: benötigte Anzahl je einem Hauptartikel.
- Einheit: Stück, Meter, Kilogramm oder eine andere passende Einheit.
- Position: nachvollziehbare Reihenfolge, sofern sie für Anzeige oder Prozess benötigt wird.
- Gültigkeit beziehungsweise Version: besonders wichtig, wenn sich die Zusammensetzung später ändert.
Mengen-, Baukasten- und Strukturstückliste
| Art | Darstellung | Typischer Einsatz |
|---|---|---|
| Mengenstückliste | summiert alle benötigten Teile ohne Hierarchie | Materialbedarf eines überschaubaren Erzeugnisses |
| Baukastenstückliste | zeigt nur die direkt untergeordnete Ebene | einstufiges Set oder einzelne Baugruppe |
| Strukturstückliste | zeigt mehrere Ebenen und Unterbaugruppen | komplexe Fertigung und technische Produktstruktur |
Für einen Handelsbundle genügt meist die Baukastenlogik: Ein Set verweist direkt auf seine verkaufbaren Komponenten. Eine mehrstufige Struktur wird relevant, wenn Baugruppen selbst wieder aus Unterbaugruppen bestehen – dann folgen meist Produktionsauftrag, Arbeitsplan, Ausschuss und Variantenverwaltung.
Beispiel: Verfügbarkeit eines Homeoffice-Sets
| Komponente | Menge pro Set | Verfügbarer Bestand | Mögliche Sets |
|---|---|---|---|
| Tastatur | 1 | 12 | 12 |
| Maus | 1 | 20 | 20 |
| USB-Hub | 2 | 15 | 7 |
Der Engpass bestimmt die verkaufbare Setmenge. Reservierungen und gesperrte Bestände müssen dabei vom physischen Bestand abgezogen werden, bevor die verfügbare Menge berechnet wird.
Sets und Stücklisten in Invoify
Invoify führt Sets als einstufige Stückliste. Der Setartikel besitzt keinen eigenen Lagerbestand; seine Verfügbarkeit wird aus den Komponenten berechnet. Bei Reservierung, Lieferschein, optionaler Rechnungsbuchung und Retoure wird das Set in seine Komponenten expandiert, damit das Bewegungsjournal die tatsächlich gelagerten Artikel verändert.
Die Stückliste wird für offene Belegprozesse in der Schreibtransaktion eingefroren. Eine spätere Änderung der Setzusammensetzung verändert deshalb nicht still einen bereits laufenden Vorgang. Für das Zusammenstellen im Lager lässt sich der Ablauf mit Pick & Pack verbinden.
Typische Fehler bei Stücklisten
- Setbestand separat führen und gleichzeitig Komponenten abbuchen – dadurch entsteht Doppelbestand.
- Komponentenmenge oder Einheit uneindeutig hinterlegen.
- Reservierte oder gesperrte Mengen bei der Verfügbarkeit ignorieren.
- Setzusammensetzung in offenen Vorgängen rückwirkend verändern.
- Einstufige Bundle-Funktion als vollständige Produktionsplanung behandeln.
Häufige Fragen
Was versteht man unter einer Stückliste?
Eine Stückliste ist die strukturierte Aufstellung aller Komponenten und Mengen, die zu einem übergeordneten Artikel, Set oder Erzeugnis gehören.
Welche Angaben muss eine Stückliste enthalten?
Mindestens werden übergeordneter Artikel, Komponente, Komponentenmenge und Einheit benötigt. In umfangreicheren Prozessen kommen Version, Gültigkeit, Position und technische Angaben hinzu.
Welche drei Arten von Stücklisten gibt es?
Häufig unterschieden werden Mengenstückliste, Baukastenstückliste und Strukturstückliste. Sie zeigen entweder Gesamtmengen, eine einzelne Ebene oder die vollständige Hierarchie.
Kann Invoify mehrstufige Fertigungsstücklisten planen?
Nein. Invoify bildet bewusst einstufige Sets und Bundles für Bestand und Belege ab, aber keine Produktionsplanung mit Arbeitsplänen oder mehrstufiger Fertigungs-BOM.