Transparenz und Methodik
Verglichen werden Systeme, die für kleine Unternehmen realistisch erreichbar sind – nach Einstiegshürde, Bestandsführung, Belegwesen und Shop-Anbindung. Großkonzern-ERPs bleiben bewusst außen vor.
Worauf es für kleine Unternehmen wirklich ankommt
- Einstiegshürde: Wie lange dauert es von der Registrierung bis zur ersten sauber gebuchten Bestandsbewegung?
- Bestandsführung: Wird der Bestand nachvollziehbar aus Belegen heraus geführt – inklusive Retouren und Inventur?
- Belege aus einem Guss: Entstehen Angebot, Lieferschein und Rechnung im selben System, oder braucht es eine zweite Software?
- Shop-Anbindung: Kommen Bestellungen aus dem Onlineshop ohne Handarbeit an?
- Mitwachsen: Lassen sich Mehrlager, Lagerplätze oder weitere Nutzer später zuschalten, ohne das System zu wechseln?
Sechs Systeme im Überblick
| System | Typ | Zielgruppe | Besonderheit |
|---|---|---|---|
| Invoify ✱ | Cloud, Belege + WaWi integriert | Kleinunternehmen, Selbstständige, kleine Händler | Warenwirtschaft und Rechnungswesen in einem; im Pre-Launch kostenfrei |
| JTL-Wawi | On-Premise (Windows), E-Commerce-Fokus | Onlinehändler mit Wachstumsambition | Kern kostenlos, großes Ökosystem an Anbindungen |
| weclapp | Cloud-ERP | KMU mit Team | Warenwirtschaft plus CRM und Projektmodule |
| Billbee | Cloud, Auftragsabwicklung | Kleine Multichannel-Händler | Viele Marktplatz-Anbindungen, nutzungsbasierte Abrechnung |
| Xentral | Cloud-ERP, modular | Wachsende E-Commerce-Unternehmen | Module nach Bedarf zubuchbar |
| Lexware Warenwirtschaft | Desktop, klassisch | Kleine Betriebe im Lexware-Umfeld | Etablierte Software-Familie mit Buchhaltungsanschluss |
Die Systeme im Kurzprofil
Invoify ✱ – Warenwirtschaft und Belege in einem
Invoify verbindet Rechnungs- und Belegwesen mit einer integrierten Warenwirtschaft: Artikel mit Stücklisten-Sets, Bestandsführung über ein unveränderliches Bewegungsjournal, Einkaufsbestellungen mit Teil-Wareneingang, Retouren mit getrennter Lager- und Finanzentscheidung, Inventur mit PDF-Zähllisten sowie Pick & Pack. Mehrlager und Lagerplätze sind zuschaltbar – wer nur ein Lager hat, sieht die Komplexität nicht. Shopify-Bestellungen lassen sich als Rechnungsentwürfe importieren. Ehrliche Grenzen: keine Carrier-Versandlabels, kein automatischer Bestands-Push in den Shop und kein DATEV-Export (Stand: Juli 2026). Während des Pre-Launch ist Invoify komplett kostenfrei.
JTL-Wawi – der E-Commerce-Standard
JTL-Wawi ist im deutschsprachigen E-Commerce weit verbreitet. Der Kern ist kostenlos nutzbar; bezahlt werden Zusatzdienste, Hosting und Anbindungen aus dem großen JTL-Ökosystem. Dafür ist die Einarbeitung spürbar: JTL ist ein Windows-System mit eigener Infrastruktur und richtet sich an Händler, die bereit sind, Zeit in die Einrichtung zu investieren.
weclapp – Cloud-ERP für Teams
weclapp positioniert sich als Cloud-ERP für kleine und mittlere Unternehmen: Warenwirtschaft plus CRM, Projekte und Faktura, abgerechnet pro Nutzer und Monat. Sinnvoll, wenn mehrere Personen strukturiert zusammenarbeiten – für Ein-Personen-Betriebe oft mehr System als nötig.
Billbee – Multichannel-Abwicklung
Billbee ist auf die Auftragsabwicklung kleiner Multichannel-Händler spezialisiert: viele Shop- und Marktplatz-Anbindungen, Automatisierungsregeln und nutzungsbasierte Abrechnung. Der Fokus liegt auf dem Bestell- und Versandprozess; klassische Warenwirtschaftstiefe wie Einkauf und Inventur ist schlanker ausgeprägt.
Xentral – modulares ERP zum Mitwachsen
Xentral richtet sich an wachsende E-Commerce-Unternehmen, die Module wie Lager, Einkauf oder Fulfillment nach Bedarf kombinieren wollen. Die Flexibilität ist die Stärke – für sehr kleine Betriebe kann der Einstieg dadurch komplexer und teurer sein als nötig.
Lexware Warenwirtschaft – der Desktop-Klassiker
Lexware bietet Warenwirtschaft als Teil seiner etablierten Desktop-Produktfamilie mit direktem Anschluss an die Lexware-Buchhaltung. Wer bereits im Lexware-Umfeld arbeitet und eine klassische lokale Installation bevorzugt, bleibt hier im gewohnten System.
Welches System für wen?
- Du schreibst Rechnungen und willst den Bestand endlich sauber mitführen: ein integriertes System wie Invoify ✱ – ein Werkzeug statt zwei.
- Du bist wachsender Onlinehändler mit Zeit für die Einrichtung: JTL-Wawi mit seinem Ökosystem.
- Du verkaufst auf vielen Marktplätzen gleichzeitig: Billbee für die Abwicklung – ggf. kombiniert mit separatem Rechnungswesen.
- Ihr seid ein Team mit Prozessen über die Ware hinaus: weclapp oder Xentral als Cloud-ERP.
- Du arbeitest bereits mit Lexware-Buchhaltung: Lexware Warenwirtschaft für den kurzen Weg.
Den Weg von der Bestellung zur Rechnung zeigt der Ratgeber Rechnung schreiben; den Shopify-Import beschreibt Shopify-Rechnung erstellen.
Häufige Fehler bei der Systemwahl
- Das größte System wählen, „um sicherzugehen" – und an der Einrichtung scheitern.
- Nur auf die Featureliste schauen statt auf den eigenen Tagesablauf.
- Bestandsführung und Rechnungswesen in zwei getrennten Tools pflegen, die nicht synchron bleiben.
- Kostenlos mit kostenlos verwechseln: Hosting, Anbindungen und Pflichtmodule einrechnen.
- Ohne Testlauf mit echten eigenen Artikeln und Bestellungen entscheiden.
- Den Umstieg planen, ohne den Export der Altdaten zu prüfen.
Warenwirtschaftsvergleich mit Inventur-Cluster: aktualisierte Owner-Grenzen 2026
Der bestehende kommerzielle Owner hilft bei Make-or-buy, Muss-Kriterien, Pilot und Gesamtkosten. Diese Seite bleibt der kanonische Owner für die Auswahl einer Warenwirtschaft für kleine Unternehmen. Sie fasst angrenzende Fragen nur so weit zusammen, wie es für die Auswahl nötig ist. Die eigentliche Anleitung, Berechnung oder Vorlage liegt jeweils auf der verlinkten Vertiefung.
Er rollt keine vollständige Inventurlehre, jede KPI-Formel oder einen eigenen Shopify-Verbindungsleitfaden aus und bleibt damit ein Vergleich statt eines Sammellexikons. Die Grenze verhindert, dass ähnliche Begriffe zu austauschbaren Seiten werden. Ändern sich im Jahr 2027 einzelne Fristen, Beträge oder Produktdetails, wird der bestehende Owner mit Prüfdatum aktualisiert; es entsteht keine nahezu identische Jahreskopie.
Entscheidungs- und Freigabeablauf
- Ausgangsfall bestimmenDokumentiere zuerst den konkreten Vorgang, bevor der Überblick „die Auswahl einer Warenwirtschaft für kleine Unternehmen“ auf einen Detailfall angewendet wird.
- Owner auswählenNutze die Entscheidungsmatrix und wechsle für Spezialfragen auf den verlinkten Detail-Owner.
- Daten und Nachweis prüfenHalte Eingaben, Quelle, Ergebnis und verantwortliche Freigabe gemeinsam fest.
- Ergebnis kontrollierenPrüfe vor Abschluss, ob Überblick, Detailentscheidung und Produktprozess dieselbe Aussage transportieren.
Für die Umsetzung werden Ausgangsdaten, gewählter Owner, fachliche Entscheidung und Nachweis am Vorgang zusammengehalten. Ein Link ist dabei nicht nur Navigation: Er markiert, welche Seite die Detailantwort verantwortet. Wer später aktualisiert, erkennt dadurch, ob eine Änderung in diesem Überblick oder im spezialisierten Child vorgenommen werden muss.
Bei Ausnahmen wird kein plausibel klingender Standard eingesetzt. Stattdessen erhält der offene Punkt eine verantwortliche Person, eine konkrete Rückfrage und einen nächsten Prüftermin. Wiederkehrende Standardfälle dürfen erst automatisiert werden, nachdem Eingaben und Ergebnis anhand eines realen Beispiels kontrolliert wurden.
| Detail-Owner | Wann dorthin wechseln |
|---|---|
| Shopify-Warenwirtschaft | für Bestandszustände, Standorte, Schnittstellenrichtung und Datenhoheit im konkreten Shopfall |
| Inventur durchführen | für Methoden, Cut-off und Differenzfreigabe |
| Lagerkennzahlen | für KPI-System und Formeln |
| Inventur-Software | für konkreten Auswahl- und Abnahmetest |
Inventur, Lagerkennzahlen und Shop-Warenwirtschaft
Die folgenden Vertiefungen besitzen jeweils einen klar abgegrenzten Suchintent. Dieser Hub erklärt die Auswahl und verweist für Berechnung, Vorlage oder Spezialablauf auf den zuständigen Owner. Dadurch bleiben Antworten aktualisierbar, ohne denselben Inhalt auf mehreren URLs zu wiederholen.
| Vertiefung | Eigener Fokus |
|---|---|
| Inventur richtig durchführen: vom Cut-off bis zur Differenzfreigabe | Der vollständige Praxisleitfaden für eine kontrollierte körperliche Bestandsaufnahme. |
| Permanente Inventur: Bestände über das Jahr verteilt aufnehmen | Wie eine verlässliche Lagerbuchführung die körperliche Aufnahme zeitlich entzerrt. |
| Stichtagsinventur organisieren: Bestände am Bilanzstichtag sichern | Der belastbare Ablauf für eine vollständige Aufnahme zum Bilanzstichtag. |
| Verlegte Inventur: Bestände vor- oder nach dem Bilanzstichtag aufnehmen | Wie eine körperliche Aufnahme außerhalb des Bilanzstichtags rechnerisch sauber zurückgeführt wird. |
| Inventur-Ablauf planen: Rollen, Cut-off, Zählung und Abschluss | Ein umsetzbarer Tages- und Rollenplan für kleine Unternehmen, Handel und Lagerteams. |
| Inventurliste als CSV: Zählung vollständig und prüfbar dokumentieren | Eine direkt nutzbare Zählliste plus Anleitung für Blindzählung und Differenzkontrolle. |
| Inventurdifferenzen klären: von der Nachzählung zur freigegebenen Korrektur | Ein Ursachenbaum für Bestandsabweichungen – vor jeder Korrekturbuchung. |
| Inventurpflicht prüfen: HGB, AO, Ausnahmen und Dokumentation | Eine quellenbasierte Entscheidungshilfe – ohne pauschale Antwort nur anhand der Rechtsform. |
| Durchschnittlichen Lagerbestand berechnen und richtig interpretieren | Die passende Durchschnittsformel als belastbare Basis für weitere Lagerkennzahlen. |
| Lagerumschlag berechnen und sinnvoll interpretieren | Wie oft sich der durchschnittliche Bestand im Zeitraum rechnerisch erneuert. |
| Lagerreichweite berechnen: Wie viele Tage reicht der Bestand? | Die verbrauchsbezogene Vorschau für Bestand, Lieferzeit und Nachbestellung. |
| Durchschnittliche Lagerdauer berechnen und richtig vergleichen | Wie lange Kapital durchschnittlich im Bestand gebunden bleibt. |
| Wareneinsatz berechnen: Anfangsbestand plus Einkäufe minus Endbestand | Die Kostenbasis der im Zeitraum verbrauchten beziehungsweise verkauften Waren. |
| ABC-Analyse im Lager: Artikel nach Verbrauchswert priorisieren | Eine priorisierte Bestandssteuerung mit offenem Beispieldatensatz statt starrer Bauchgefühl-Klassen. |
| XYZ-Analyse: Verbrauchsschwankungen für die Disposition klassifizieren | Planbarkeit messbar machen und gemeinsam mit der ABC-Analyse für Bestellregeln nutzen. |
| Lagerkennzahlen im Überblick: Bestand, Geschwindigkeit, Kosten und Service | Ein Kennzahlensystem, das Kapitalbindung, Verfügbarkeit, Qualität und Prozess gemeinsam zeigt. |
| Handelsspanne berechnen: Betrag und Prozent korrekt unterscheiden | Die verkaufspreisbezogene Marge ohne Verwechslung mit dem Kalkulationsaufschlag. |
| Deckungsbeitrag berechnen: Was nach variablen Kosten übrig bleibt | Erlös minus variable Kosten als Entscheidungsgröße für Produkt, Auftrag und Kanal. |
| Lagerkosten berechnen: Raum, Kapital, Risiko und Prozess | Vom transparenten Kostenpool zum jährlichen Lagerkostensatz und artikelbezogenen Entscheidungswert. |
| Lagerwert berechnen: Menge und Bewertungsbasis sauber verbinden | Vom physischen Bestand zum nachvollziehbaren Wert – mit klarer Grenze zur Bilanzbewertung. |
| Optimale Bestellmenge berechnen: Bestell- und Lagerkosten ausbalancieren | Ein transparentes Modell für die kostenbezogene Losgröße – mit klaren Grenzen bei realer Nachfrage. |
| EAN-Code richtig verstehen: GTIN identifiziert, Barcode stellt sie dar | Der eindeutige Weg von der offiziellen Artikelnummer zum scanbaren Barcode. |
| SKU erstellen: stabile Artikelnummern ohne spätere Sackgasse | Ein pragmatisches Nummernsystem, das auch bei mehr Sortiment und mehreren Shops stabil bleibt. |
| Artikelstammdaten aufbauen: eine verlässliche Quelle für Verkauf und Lager | Ein Datenmodell mit klaren Verantwortlichkeiten statt mehrfacher widersprüchlicher Produktlisten. |
| Shopify-Warenwirtschaft verbinden: Bestand, Standorte und Datenhoheit | Wie Shop und Warenwirtschaft zusammenspielen, ohne Bestände durch unklare Sync-Richtungen zu beschädigen. |
| WooCommerce mit Warenwirtschaft verbinden: Bestand, Bestellung und Beleg | Eine belastbare Architektur für WordPress-Shop, Lagerprozess und deutsche Belege. |
| Inventur-Software auswählen: Zählliste, Scanner, Cut-off und Differenzen | Ein anbieterneutraler Kriterienkatalog plus Praxistest für kleine und wachsende Lager. |
Produktgrenze und Review
Invoify ist eine vollständige einfache Warenwirtschaft mit Artikel, Einkauf, Bestand, Retoure, Inventur, Mehrlager und Auswertungen. Bestands-Push zurück in Shops und spezialisiertes Finanzbuchhaltungssystem sind nicht enthalten.
Produktclaims wurden am 31. Juli 2026 gegen die aktuelle Invoify-Funktionsdokumentation geprüft. Fachliche Rechts-, Steuer- oder Bewertungsentscheidungen bleiben bei den verantwortlichen Personen beziehungsweise ihrer Beratung. Nächster turnusmäßiger Review: Januar 2027; frühere Prüfung bei Gesetzes-, Standard- oder Produktänderung.
Nicht die längste Funktionsliste, sondern den eigenen Prozess vergleichen
Ein Warenwirtschaftssystem passt, wenn es die häufigsten Abläufe mit vertretbarem Aufwand unterstützt. Für einen kleinen Onlinehändler kann die Verbindung von Bestellung, Rechnung, Lagerbewegung und Versand entscheidend sein. Ein Dienstleistungsunternehmen benötigt möglicherweise nur Artikelstamm, Angebote und Rechnungen. Ein Betrieb mit mehreren Lagern, Chargen, Seriennummern oder Fertigung braucht deutlich andere Tiefe. Deshalb sollte der Vergleich mit drei bis fünf realen Tagesabläufen beginnen.
- Ist-Prozess notierenVom Auftrag bis Zahlung sowie vom Einkauf bis Wareneingang alle Übergaben festhalten.
- Muss-Kriterien definierenNur Funktionen aufnehmen, ohne die der Prozess nicht zuverlässig funktioniert.
- Kann-Kriterien trennenKomfort und spätere Optionen separat bewerten.
- Testfälle durchführenEigene Artikel, Rabatte, Teillieferungen und Korrekturen im Testsystem abbilden.
- Ergebnis dokumentierenZeitaufwand, Medienbrüche und Grenzen je System vergleichbar festhalten.
| Geschäftsmodell | Typischer Kernprozess | Besonders prüfen |
|---|---|---|
| kleiner Onlinehandel | Shop-Bestellung → Rechnung → Bestand | Shop-Sync, Retouren, Steuerfälle, Dublettenschutz |
| Handel mit Einkauf | Bestellung → Wareneingang → Verkauf | Teillieferungen, Lagerwert, Lieferantenbezug |
| Dienstleistung plus Material | Angebot → Auftrag → Rechnung | freie Leistungen, Artikel, Zahlungen, Korrekturen |
| mehrere Lagerorte | Reservieren → Picken → Umlagern | Bestand je Lager, Rechte, Inventur |
| Set-/Bundle-Verkauf | Set verkaufen → Komponenten entnehmen | Stückliste, Verfügbarkeit, Retouren |
Ein Produkt kann für einen einfachen Ablauf geeignet sein und bei komplexer Fertigung an seine Grenzen kommen, ohne dass dies ein Qualitätsurteil ist. Vergleichen Sie daher immer dieselbe Anforderung, denselben Tarif und einen datierten Produktstand. Marketingbegriffe wie „Automatisierung“ sollten in konkrete Schritte übersetzt werden: Was wird ausgelöst, welche Datenquelle wird gelesen, wo bleibt eine Freigabe nötig und wie werden Fehler sichtbar?
Datenmigration und Einführung als eigenes Auswahlkriterium behandeln
Die Einführung verursacht häufig mehr Aufwand als die reine Kontoeröffnung. Artikelnummern, Einheiten, Preise, Steuersätze, Lagerbestände, Kunden, Lieferanten und offene Belege müssen bereinigt und zugeordnet werden. Doppelte Kontakte oder uneinheitliche SKUs werden durch einen Import nicht automatisch besser. Ein Probelauf mit einem Ausschnitt zeigt früh, welche Felder fehlen und welche Daten vorab bereinigt werden müssen.
- Artikelstamm und Varianten vor dem Import deduplizieren.
- Einheiten, Kategorien und Steuerzuordnungen vereinheitlichen.
- Eröffnungsbestände mit Datum und nachvollziehbarer Quelle festlegen.
- Offene Rechnungen und Zahlungen gesondert planen.
- Nummernkreise und historische Belege nicht unkontrolliert vermischen.
- Rollen, Freigaben und Verantwortlichkeiten vor dem Echtstart definieren.
- Export und Rückfalloption für die Testphase sichern.
Pilot statt Big Bang
Starten Sie mit einem begrenzten Sortiment, einem Lager und wenigen typischen Vorgängen. Prüfen Sie Verkauf, Einkauf, Korrektur und Inventur vollständig. Erst wenn Summen, Bestände und Belegketten stimmen, wird der Umfang erweitert. Parallelbetrieb kann kurzfristig Sicherheit geben, muss aber klar begrenzt sein, weil doppelte Bestandspflege schnell neue Abweichungen erzeugt.
Schulungen sollten nicht nur Menüpunkte erklären, sondern Fehlerwege: Was passiert bei beschädigter Ware, Teilzahlung, Retour oder falschem Steuerfall? Ein System wird im Alltag daran gemessen, ob Ausnahmen verständlich bearbeitet werden können.
Gesamtkosten, Support und tägliche Pflege realistisch bewerten
Neben der Grundgebühr gehören Benutzer, Zusatzmodule, Schnittstellen, Speicher, E-Rechnungsversand, Zahlungsanbieter, Einrichtung und interne Arbeitszeit zur Gesamtbetrachtung. Ein günstiger Tarif kann passend sein, wenn er den Kernprozess abdeckt. Ein umfangreicheres System kann wirtschaftlicher werden, wenn es regelmäßig manuelle Übergaben reduziert. Die Entscheidung benötigt deshalb Mengen: Zahl der Nutzer, Belege, Artikel, Shops, Lager und monatlichen Ausnahmen.
| Kostenblock | Frage für den Vergleich |
|---|---|
| Lizenz | Welche Nutzer und Funktionen sind im betrachteten Tarif enthalten? |
| Einrichtung | Wer bereinigt Daten, migriert Bestände und testet Prozesse? |
| Integration | Sind Shop, Bank, Steuerberatung oder Versand tatsächlich angebunden? |
| Betrieb | Wie viel Pflege benötigen Artikel, Steuern und Fehlerfälle? |
| Wechsel | Sind Daten und Originalbelege vollständig exportierbar? |
Invoify verbindet Rechnungsprozesse mit Artikelstamm, Einkauf, Lagerbewegungen, Inventur, Stücklisten und Pick & Pack. Die Shopify- und WooCommerce-Anbindungen lesen Katalog- und Bestelldaten; sie verändern im beschriebenen Importablauf keine Shopprodukte. Fertigungsplanung, Chargen- oder Seriennummernverwaltung und Carrier-Label sind keine behaupteten Kernfunktionen. Diese Grenzen sollten genauso in die Auswahl einfließen wie vorhandene Funktionen.
Auswahlkriterien gewichten, ohne Scheingenauigkeit zu erzeugen
Eine Bewertungsmatrix hilft, wenn Kriterien vor dem Produkttest festgelegt werden. Gewichten Sie Muss-Prozesse stärker als Komfortfunktionen und dokumentieren Sie, wie ein Ergebnis zustande kommt. Eine Punktzahl ist jedoch keine objektive Wahrheit: Sie bildet die Prioritäten des eigenen Unternehmens zu einem bestimmten Zeitpunkt ab.
| Kriterium | Beispielgewicht | Abnahme |
|---|---|---|
| Rechnung und Korrektur | sehr hoch | vollständiger Testfall erfolgreich |
| Bestand und Wareneingang | hoch | Teil- und Schadmenge nachvollziehbar |
| Shop-Integration | je nach Kanal | Dubletten und Refunds getestet |
| Reporting | mittel | benötigte Kennzahl exportierbar |
| Komfort | niedriger | verkürzt häufige Arbeitsschritte |
Bewerten Sie „nicht vorhanden“, „nur mit Zusatzmodul“, „manuell möglich“ und „integriert“ getrennt. So wird ein Workaround nicht versehentlich wie eine native Funktion gezählt. Halten Sie Tarif, Version und Testdatum fest, weil Produktstände sich ändern.
Abbruchkriterien
Bestimmen Sie vorab wenige Kriterien, deren Fehlen die Einführung ausschließt: etwa kein vollständiger Datenexport, fehlende benötigte Steuerfälle oder keine nachvollziehbare Bestandskorrektur. Dadurch verhindert eine hohe Gesamtpunktzahl, dass ein kritischer Einzelmangel übersehen wird.
Nach der Auswahl folgt ein messbarer Einführungsentscheid. Definieren Sie vor dem Pilot Zielwerte wie weniger Doppelpflege, nachvollziehbare Bestände oder kürzere Rechnungserstellung. Nach einigen Wochen werden diese Ziele mit tatsächlichen Fehlern, Arbeitszeit und Supportfällen verglichen. Fällt der Nutzen anders aus als erwartet, kann der Prozess angepasst werden, bevor weitere Lager, Shops oder Benutzer hinzukommen.
Beziehen Sie die Personen ein, die Wareneingang, Verkauf, Lager und Korrekturen täglich bearbeiten. Eine Management-Demo zeigt selten dieselben Ausnahmefälle wie der operative Alltag. Dokumentierte Rückmeldungen werden nach Häufigkeit, Risiko und Aufwand priorisiert.
Die endgültige Entscheidung nennt bewusst auch akzeptierte Grenzen. So werden fehlende Funktionen später nicht als überraschender Fehler behandelt, sondern können mit einem geplanten Zusatzprozess oder einem klaren Ausschluss aufgefangen werden.
Häufige Fragen
Braucht ein kleines Unternehmen überhaupt ein Warenwirtschaftssystem?
Sobald mehrere Verkaufswege, Lieferanten oder mehr als eine Handvoll Artikel im Spiel sind, wird eine Excel-Liste fehleranfällig. Ein Warenwirtschaftssystem führt den Bestand aus den Belegen heraus automatisch mit – das lohnt sich oft früher, als man denkt.
Was ist der Unterschied zwischen Warenwirtschaft und ERP?
Warenwirtschaft deckt Artikel, Bestand, Einkauf und Verkauf ab. Ein ERP-System ergänzt weitere Unternehmensbereiche wie Personal, Produktion oder Projektcontrolling. Kleine Unternehmen brauchen meist Warenwirtschaft plus Rechnungswesen – kein volles ERP.
Gibt es kostenlose Warenwirtschaftssysteme?
Ja. JTL-Wawi ist im Kern kostenlos nutzbar, kostenpflichtig werden Zusatzdienste und Hosting. Invoify ist während des Pre-Launch komplett kostenfrei. Bei den meisten Cloud-Systemen fallen monatliche Kosten pro Nutzer an – aktuelle Preise stehen auf den Anbieterseiten.
Was deckt die Warenwirtschaft von Invoify ab?
Artikel mit Stücklisten-Sets, Bestandsführung über ein unveränderliches Bewegungsjournal, Mehrlager und Lagerplätze (zuschaltbar), Einkaufsbestellungen mit Wareneingang, Retouren, Inventur mit PDF-Zähllisten, Pick & Pack sowie CSV-Import und -Export. Bewusst nicht enthalten sind Carrier-Versandlabels und ein automatischer Bestands-Push in den Shop.