Belege digitalisieren: Kurzantwort und klare Abgrenzung
Anders als bei einer standardisierten Rechnung können kleine Nachweise kaum lesbare Thermodrucke, handschriftliche Angaben oder fehlende Geschäftszwecke enthalten. Gute Digitalisierung bewahrt den tatsächlichen Inhalt und ergänzt Metadaten außerhalb des Originals. Sie verwandelt einen unvollständigen Beleg nicht durch einen schönen Dateinamen in einen ausreichenden Nachweis.
Rechnung digitalisieren bleibt der spezifische Owner für Rechnungen und Scanregeln. Diese Seite umfasst sonstige Fremdbelege. Belegmanagement beginnt danach und steuert Status, Zuständigkeit und Ablage.
Entscheidungsmatrix für Belege digitalisieren
| Situation | Prüffrage | Entscheidung | Nachweis |
|---|---|---|---|
| Papierquittung | Kleiner Thermo- oder Kassenbeleg wird unterwegs erhalten. | Zeitnahe vollständige Foto- oder Scannerfassung mit Qualitätsprüfung. | Originalbild, Datum, Betrag und Erfassungszeit. |
| Elektronischer Beleg | PDF oder strukturierte Datei kommt per Mail oder Portal. | Elektronisches Original wird direkt übernommen, nicht ausgedruckt und neu gescannt. | Originaldatei, Kanal und Eingangsmetadaten. |
| Unvollständiger Beleg | Geschäftszweck, Teilnehmer oder lesbare Angaben fehlen. | Ergänzung beziehungsweise Ersatznachweis wird kontrolliert angefordert. | Notiz, Korrespondenz und gegebenenfalls Eigenbeleg. |
| Dublettenverdacht | Foto, PDF und Kreditkartenbeleg zeigen denselben Vorgang. | Dokumente werden verbunden und nur einmal als Ausgabe behandelt. | Betrag, Datum, Händler, Hash und Zahlungsreferenz. |
Papierquittung
Kleiner Thermo- oder Kassenbeleg wird unterwegs erhalten. Für den Themenbereich Belege digitalisieren folgt daraus eine klare Arbeitsentscheidung: Zeitnahe vollständige Foto- oder Scannerfassung mit Qualitätsprüfung. Die Entscheidung wird nicht nur im fertigen Dokument sichtbar, sondern bereits am zugrunde liegenden Vorgang festgehalten. Als belastbarer Nachweis dienen Originalbild, Datum, Betrag und Erfassungszeit. So kann eine zweite Person später erkennen, welche Tatsachen geprüft wurden und weshalb genau dieses Ergebnis freigegeben wurde.
Elektronischer Beleg
PDF oder strukturierte Datei kommt per Mail oder Portal. Für den Themenbereich Belege digitalisieren folgt daraus eine klare Arbeitsentscheidung: Elektronisches Original wird direkt übernommen, nicht ausgedruckt und neu gescannt. Die Entscheidung wird nicht nur im fertigen Dokument sichtbar, sondern bereits am zugrunde liegenden Vorgang festgehalten. Als belastbarer Nachweis dienen Originaldatei, Kanal und Eingangsmetadaten. So kann eine zweite Person später erkennen, welche Tatsachen geprüft wurden und weshalb genau dieses Ergebnis freigegeben wurde.
Unvollständiger Beleg
Geschäftszweck, Teilnehmer oder lesbare Angaben fehlen. Für den Themenbereich Belege digitalisieren folgt daraus eine klare Arbeitsentscheidung: Ergänzung beziehungsweise Ersatznachweis wird kontrolliert angefordert. Die Entscheidung wird nicht nur im fertigen Dokument sichtbar, sondern bereits am zugrunde liegenden Vorgang festgehalten. Als belastbarer Nachweis dienen Notiz, Korrespondenz und gegebenenfalls Eigenbeleg. So kann eine zweite Person später erkennen, welche Tatsachen geprüft wurden und weshalb genau dieses Ergebnis freigegeben wurde.
Dublettenverdacht
Foto, PDF und Kreditkartenbeleg zeigen denselben Vorgang. Für den Themenbereich Belege digitalisieren folgt daraus eine klare Arbeitsentscheidung: Dokumente werden verbunden und nur einmal als Ausgabe behandelt. Die Entscheidung wird nicht nur im fertigen Dokument sichtbar, sondern bereits am zugrunde liegenden Vorgang festgehalten. Als belastbarer Nachweis dienen Betrag, Datum, Händler, Hash und Zahlungsreferenz. So kann eine zweite Person später erkennen, welche Tatsachen geprüft wurden und weshalb genau dieses Ergebnis freigegeben wurde.
Belege digitalisieren Schritt für Schritt umsetzen
- Kanäle bereitstellenDefiniere App/Upload, Mail, Scanplatz und Portalabruf.
- Vollständig erfassenFotografiere alle Seiten, Ränder, Rückseiten und Anlagen.
- Original sichernBewahre elektronische Datei oder Scan unverändert mit Hash.
- OCR prüfenLese Händler, Datum, Betrag, Steuer und Nummer aus.
- Kontext ergänzenFüge Anlass, Projekt, Teilnehmer, Zahlungsart und Verantwortlichen hinzu.
- Dubletten klärenVergleiche Bild, Datei, Kreditkartenumsatz und Rechnung.
- WeitergebenÜberführe vollständige Belege in Prüfung und geordnete Ablage.
Kanäle bereitstellen
Definiere App/Upload, Mail, Scanplatz und Portalabruf. Der Schritt ist abgeschlossen, sobald Mitarbeiter Belege sofort in den zentralen Prozess geben können. Das Ergebnis wird mit Datum und verantwortlicher Person am Vorgang dokumentiert. Für Belege digitalisieren ist diese kleine Kontrolle wichtiger als eine bloße Statusmarkierung, weil sie Eingabe, Entscheidung und Beleg miteinander verbindet. Private Fotogalerien werden nicht zum Langzeitarchiv. In diesem Fall wird nicht improvisiert, sondern die Abweichung mit einer konkreten Rückfrage und einem nächsten Prüftermin weitergegeben.
Vollständig erfassen
Fotografiere alle Seiten, Ränder, Rückseiten und Anlagen. Der Schritt ist abgeschlossen, sobald Betrag, Datum, Anbieter und Zusatzangaben lesbar sind. Das Ergebnis wird mit Datum und verantwortlicher Person am Vorgang dokumentiert. Für Belege digitalisieren ist diese kleine Kontrolle wichtiger als eine bloße Statusmarkierung, weil sie Eingabe, Entscheidung und Beleg miteinander verbindet. Verdeckte oder abgeschnittene Inhalte führen zur Wiederholung. In diesem Fall wird nicht improvisiert, sondern die Abweichung mit einer konkreten Rückfrage und einem nächsten Prüftermin weitergegeben.
Original sichern
Bewahre elektronische Datei oder Scan unverändert mit Hash. Der Schritt ist abgeschlossen, sobald jede spätere Datenerfassung zurückverfolgt werden kann. Das Ergebnis wird mit Datum und verantwortlicher Person am Vorgang dokumentiert. Für Belege digitalisieren ist diese kleine Kontrolle wichtiger als eine bloße Statusmarkierung, weil sie Eingabe, Entscheidung und Beleg miteinander verbindet. Bildfilter verändern keine inhaltlichen Merkmale. In diesem Fall wird nicht improvisiert, sondern die Abweichung mit einer konkreten Rückfrage und einem nächsten Prüftermin weitergegeben.
OCR prüfen
Lese Händler, Datum, Betrag, Steuer und Nummer aus. Der Schritt ist abgeschlossen, sobald kritische Werte gegen das Bild bestätigt sind. Das Ergebnis wird mit Datum und verantwortlicher Person am Vorgang dokumentiert. Für Belege digitalisieren ist diese kleine Kontrolle wichtiger als eine bloße Statusmarkierung, weil sie Eingabe, Entscheidung und Beleg miteinander verbindet. Niedrige Konfidenz bleibt sichtbar. In diesem Fall wird nicht improvisiert, sondern die Abweichung mit einer konkreten Rückfrage und einem nächsten Prüftermin weitergegeben.
Kontext ergänzen
Füge Anlass, Projekt, Teilnehmer, Zahlungsart und Verantwortlichen hinzu. Der Schritt ist abgeschlossen, sobald betrieblicher Zusammenhang nachvollziehbar ist. Das Ergebnis wird mit Datum und verantwortlicher Person am Vorgang dokumentiert. Für Belege digitalisieren ist diese kleine Kontrolle wichtiger als eine bloße Statusmarkierung, weil sie Eingabe, Entscheidung und Beleg miteinander verbindet. Metadaten ändern nicht den Originalinhalt. In diesem Fall wird nicht improvisiert, sondern die Abweichung mit einer konkreten Rückfrage und einem nächsten Prüftermin weitergegeben.
Dubletten klären
Vergleiche Bild, Datei, Kreditkartenumsatz und Rechnung. Der Schritt ist abgeschlossen, sobald mehrere Nachweise einem Geschäftsvorgang zugeordnet sind. Das Ergebnis wird mit Datum und verantwortlicher Person am Vorgang dokumentiert. Für Belege digitalisieren ist diese kleine Kontrolle wichtiger als eine bloße Statusmarkierung, weil sie Eingabe, Entscheidung und Beleg miteinander verbindet. Ähnliche wiederkehrende Käufe werden nicht vorschnell zusammengelegt. In diesem Fall wird nicht improvisiert, sondern die Abweichung mit einer konkreten Rückfrage und einem nächsten Prüftermin weitergegeben.
Weitergeben
Überführe vollständige Belege in Prüfung und geordnete Ablage. Der Schritt ist abgeschlossen, sobald Status und nächster Owner feststehen. Das Ergebnis wird mit Datum und verantwortlicher Person am Vorgang dokumentiert. Für Belege digitalisieren ist diese kleine Kontrolle wichtiger als eine bloße Statusmarkierung, weil sie Eingabe, Entscheidung und Beleg miteinander verbindet. Ungeklärte Fälle bleiben in einer sichtbaren Queue. In diesem Fall wird nicht improvisiert, sondern die Abweichung mit einer konkreten Rückfrage und einem nächsten Prüftermin weitergegeben.
- Bild: scharf, gerade, vollständig, ohne Finger oder Schatten
- Inhalt: Anbieter, Datum, Leistung, Betrag und Steuer lesbar
- Kontext: Projekt, Anlass und zahlende Person ergänzt
- Original: elektronische Dateien nicht neu ausdrucken und scannen
- Dubletten: Rechnung, Kartenzettel und Kontozeile als ein Vorgang geprüft
- Klärung: fehlende Belege oder Angaben mit Owner und Termin
Praxisbeispiele für Belege digitalisieren
Tankbeleg unterwegs
Der Thermobeleg droht im Fahrzeug zu verblassen. Die verantwortliche Person entscheidet deshalb: Die fahrende Person fotografiert ihn sofort vollständig und ergänzt Fahrzeug sowie Reisezweck. Im Ergebnis ist der Beleg früh lesbar und dem betrieblichen Vorgang zugeordnet. Das Beispiel zeigt, dass Belege digitalisieren nicht durch eine einzelne Checkbox erledigt ist. Erst das Zusammenspiel aus Ausgangsdaten, dokumentierter Prüfung und kontrolliertem Ergebnis macht den Vorgang für Empfänger, Team und spätere Prüfungen nachvollziehbar.
Hotel-PDF und Kartenzettel
Hotelrechnung kommt per E-Mail, zusätzlich existiert ein Kartenterminalbeleg. Die verantwortliche Person entscheidet deshalb: Beide Nachweise werden verbunden, die Hotelrechnung gilt als Leistungsbeleg. Im Ergebnis wird die Ausgabe nicht doppelt erfasst. Das Beispiel zeigt, dass Belege digitalisieren nicht durch eine einzelne Checkbox erledigt ist. Erst das Zusammenspiel aus Ausgangsdaten, dokumentierter Prüfung und kontrolliertem Ergebnis macht den Vorgang für Empfänger, Team und spätere Prüfungen nachvollziehbar.
Fehlender Bewirtungsanlass
Restaurantrechnung zeigt Betrag und Speisen, aber keine Teilnehmer. Die verantwortliche Person entscheidet deshalb: Die verantwortliche Person ergänzt Anlass und Teilnehmer zeitnah als Metadaten beziehungsweise Belegergänzung. Im Ergebnis bleibt der wirtschaftliche Zusammenhang nachvollziehbar. Das Beispiel zeigt, dass Belege digitalisieren nicht durch eine einzelne Checkbox erledigt ist. Erst das Zusammenspiel aus Ausgangsdaten, dokumentierter Prüfung und kontrolliertem Ergebnis macht den Vorgang für Empfänger, Team und spätere Prüfungen nachvollziehbar.
Typische Fehler bei Belege digitalisieren
Nur Kontoauszug speichern
Zahlung beweist nicht vollständig Art und Umfang der Leistung. Die fachliche Korrektur lautet: Rechnung oder Quittung wird dem Zahlungsnachweis zugeordnet. Als dauerhafte Kontrolle wird fehlende Leistungsbelege separat verfolgt. Dadurch wird der Fehler nicht nur in einem Einzelfall repariert. Der Ablauf rund um Belege digitalisieren erhält eine Regel, die denselben Fehler bei der nächsten Rechnung, Datei oder Bestandsbewegung früh sichtbar macht.
Fotos in Messenger senden
Kompression, Datenschutz und fehlender Vorgangsstatus gefährden Qualität. Die fachliche Korrektur lautet: Ein freigegebener Uploadkanal übernimmt Originalqualität. Als dauerhafte Kontrolle wird Eingangsbestätigung den erfolgreichen Transfer zeigt. Dadurch wird der Fehler nicht nur in einem Einzelfall repariert. Der Ablauf rund um Belege digitalisieren erhält eine Regel, die denselben Fehler bei der nächsten Rechnung, Datei oder Bestandsbewegung früh sichtbar macht.
Dubletten löschen
Zusätzliche Nachweise können für Zahlungsweg oder Leistungsumfang wichtig sein. Die fachliche Korrektur lautet: Dokumente werden verbunden statt ungeprüft entfernt. Als dauerhafte Kontrolle wird ein Hauptbeleg und ergänzende Dateien markiert. Dadurch wird der Fehler nicht nur in einem Einzelfall repariert. Der Ablauf rund um Belege digitalisieren erhält eine Regel, die denselben Fehler bei der nächsten Rechnung, Datei oder Bestandsbewegung früh sichtbar macht.
Kontext Monate später ergänzen
Anlass und Teilnehmer sind kaum noch zuverlässig erinnerbar. Die fachliche Korrektur lautet: Ergänzung erfolgt zeitnah bei Erfassung. Als dauerhafte Kontrolle wird offene Kontextfelder nach kurzer Frist eskalieren. Dadurch wird der Fehler nicht nur in einem Einzelfall repariert. Der Ablauf rund um Belege digitalisieren erhält eine Regel, die denselben Fehler bei der nächsten Rechnung, Datei oder Bestandsbewegung früh sichtbar macht.
Freigabe-Checkliste: Belege digitalisieren
- Rechtsträger und Geschäftsvorgang eindeutig
- Originaldatei oder Papierherkunft dokumentiert
- Leistung, Datum, Betrag und Steuerfelder geprüft
- Bestellung, Vertrag oder Anlass verknüpft
- Dubletten und widersprüchliche Fassungen ausgeschlossen
- Rolle, Status und nächster Schritt sichtbar
- Änderungen und Korrekturen nachvollziehbar
- Aufbewahrung, Berechtigung und Export getestet
Die Checkliste wird nicht erst am Ende eines Monats abgearbeitet. Sie gehört an den einzelnen Vorgang, solange Rückfragen noch ohne aufwendige Rekonstruktion beantwortet werden können. Pflichtfelder verhindern einfache Lücken; fachliche Ausnahmen brauchen zusätzlich eine kurze Begründung. So bleibt Belege digitalisieren auch dann kontrollierbar, wenn mehrere Personen Eingang, Prüfung, Freigabe und Versand übernehmen.
Ein Vier-Augen-Prinzip ist besonders bei neuen Geschäftsfällen, geänderten Stammdaten und rechtlich sensiblen Entscheidungen sinnvoll. Wiederkehrende Standardfälle können nach dokumentierter Freigabe stärker automatisiert werden. Die Automatisierung übernimmt jedoch nur die freigegebene Regel. Sie darf eine fehlende Information nicht still durch einen plausibel wirkenden Standardwert ersetzen.
Dokumentation, Verantwortlichkeit und regelmäßige Pflege
Für Belege digitalisieren werden Eingangsdaten, Entscheidung, Ergebnis und Nachweis als zusammenhängender Vorgang geführt. Eine reine Dateiablage zeigt zwar das Endprodukt, aber nicht zwingend den Entscheidungsweg. Deshalb erhält jede Ausnahme einen Owner, einen Status und einen nächsten Schritt. Änderungen werden ergänzt oder versioniert; sie werden nicht durch stilles Überschreiben unsichtbar gemacht.
Die zugrunde liegende Arbeitsanweisung nennt außerdem ein Prüfdatum. Rechtliche Schwellen, technische Standards, externe Portale und interne Produktfunktionen können sich ändern. Bei der turnusmäßigen Kontrolle werden Primärquelle, tatsächlicher Prozess und veröffentlichte Aussage miteinander verglichen. Ändert sich nur eine Zahl, wird derselbe Intent-Owner aktualisiert; eine neue Jahres-URL ist dafür nicht erforderlich.
Die Sonderfälle Bewirtungsbeleg und Eigenbeleg haben eigene Owner. Status und Zuständigkeit übernimmt Belegmanagement.
Belege digitalisieren und die Produktgrenzen von Invoify
Invoify besitzt eine Belegbox für manuell hochgeladene Fremdbelege. Bei normalen PDF- und Bilddateien kann OCR ausgewählte Felder vorschlagen; ein SHA-256-Dateihash unterstützt die Dublettenerkennung. Standalone UBL-/CII-XML und in ZUGFeRD-PDF eingebettete XML werden technisch validiert, bevor Invoify sie als E-Rechnung kennzeichnet und ausgewählte Kerndaten strukturiert anzeigt. Die Belegbox ist keine Finanzbuchhaltung, nimmt keine Kontierung, Vorsteuerentscheidung oder Zahlung vor und ersetzt keine formale, sachliche oder steuerliche Rechnungsfreigabe. Ausgangsrechnungen werden in einem eigenen vollständigen Beleglebenszyklus geführt.
Eine Funktion wird in diesem Leitfaden nur dann als Invoify-Funktion bezeichnet, wenn sie in der aktuellen Produktdokumentation belegt ist. Steuerliche Würdigung, rechtliche Einzelfallprüfung und externe Behördenverfahren bleiben bei den verantwortlichen Personen beziehungsweise deren Beratung. Diese Trennung verhindert, dass ein formal erzeugter Beleg mit einer fachlich freigegebenen Entscheidung verwechselt wird.
Offizielle Quellen und Prüfstand
Primärquellen sind § 146 AO, § 147 AO und die vom BMF veröffentlichten GoBD in der Fassung der zweiten Änderung vom 14. Juli 2025. Für Rechnungen gelten zusätzlich § 14 UStG und § 14b UStG. Letzter Quellencheck: 5. August 2026; nächste Prüfung: Januar 2027.
Belege digitalisieren: Jede Belegart braucht ein passendes Capture-Gate
„Belege digitalisieren“ umfasst mehr als Rechnungen. Quittungen, Lieferscheine, Verträge, Zahlungsnachweise und ergänzende Anlagen können unterschiedliche Rollen im selben Vorgang haben. Capture bedeutet zunächst nur, einen belastbaren digitalen Eingang herzustellen. Ob ein Dokument eine Rechnung ist, freigegeben werden darf, gebucht wird oder wie lange es aufzubewahren ist, entscheiden die nachgelagerten Owner.
| Belegart | Capture-Methode | Pflichtkontrolle | Übergabeinformation |
|---|---|---|---|
| Papierquittung | zeitnahes Foto oder Scan | Ränder, Betrag, Datum und Rückseite vollständig; Thermopapier noch lesbar | Händler, Anlass und Zahlungsbezug |
| mehrseitiger Vertrag | geordnetes Mehrseiten-PDF | Seitenzahl, Unterschriftsseiten und Anlagen | Vertragspartner, Version und Laufzeitbezug |
| Lieferschein | Scan mit sichtbarer Empfangs- oder Abweichungsnotiz | Positionen, Mengen und Vermerke lesbar | Bestellung, Wareneingang und spätere Rechnung |
| elektronisches PDF | Originaldatei direkt übernehmen | Datei vollständig und ohne Messenger-Kompression | Eingangskanal und Empfangszeit |
| strukturierte XML / ZUGFeRD | empfangenes Format unverändert sichern | Struktur technisch prüfen; bei Hybridformat Bestandteile zusammenhalten | Profil, Validierungsstand und führender Inhalt |
| Karten- oder Kontonachweis | Originalexport beziehungsweise Originaldatei | Betrag und Transaktion lesbar | mit dem zugrunde liegenden Geschäftsbeleg verbinden |
Die GoBD unterscheiden bildliche Erfassung von originär elektronischen Dokumenten. Für eingehende elektronische Unterlagen ist das empfangene Format der Ausgangspunkt. Ein Ausdruck mit anschließendem Scan reduziert eine strukturierte XML-Datei auf ein Bild und kann maschinell auswertbare Inhalte verlieren. Bei Papier ist dagegen die Bildqualität das erste Gate; bei elektronischen Dateien sind Formatidentität und unveränderte Übernahme zentral.
Der 10-Sekunden-Check für Belegfotos mit dem Smartphone
Ein Smartphone kann für die bildliche Erfassung geeignet sein. Die Kamera allein macht den Prozess aber nicht zuverlässig. Direkt nach jeder Aufnahme sollten sechs sichtbare Fragen beantwortet werden. Fällt eine davon negativ aus, wird neu fotografiert, solange das Papier noch vorliegt.
- Sind alle vier Ecken, sämtliche Seiten, Rückseiten und angehefteten Anlagen im Bild?
- Sind Händler, Datum, Einzelpositionen, Steuerangaben und Gesamtbetrag ohne Raten lesbar?
- Verdecken Finger, Schatten, Blitzreflexe, Falten oder ein gemusterter Hintergrund keine Information?
- Wurde Farbe erhalten, wenn ein farbiger Vermerk oder Stempel inhaltlich relevant ist?
- Bleibt die ursprüngliche Bilddatei erhalten, statt nur einer komprimierten Messenger-Kopie?
- Kann die Datei über eine stabile ID mit Anlass, Zahlung und weiteren Belegen verbunden werden?
Für einen Thermobeleg ist Geschwindigkeit wichtiger als kosmetische Nachbearbeitung. Ein blasser Originalbeleg wird früh erfasst, der Kontrast kontrolliert und bei Bedarf durch Kontextdaten ergänzt. Bildfilter dürfen Informationen nicht entfernen oder eine scheinbare Klarheit erzeugen, die im Original nicht existiert. Nachträgliche Änderungen werden als neue Fassung beziehungsweise Bearbeitung nachvollziehbar gehalten.
| Übergabefeld | Mindestinhalt | Nicht aus OCR ableiten |
|---|---|---|
| Original und Herkunft | Datei, Dateiformat, Eingangskanal, Empfangszeit | Echtheit des Ausstellers |
| Dokumentart | Quittung, Rechnung, Vertrag, Lieferschein oder Nachweis | fachliche Rolle nur aus einem ähnlichen Layout |
| Geschäftskontext | Projekt, Bestellung, Reise oder anderer Vorgang | betriebliche Veranlassung |
| Prüfstatus | erfasst, Prüfung offen oder Klärung erforderlich | Freigabe und Buchungsreife |
| Beziehungen | zugehörige Rechnung, Zahlung, Korrektur oder Anlage | semantische Dublette allein aus Dateiname |
Capture abgeschlossen: die klare Übergabe an Invoify
Invoify hat keine integrierte Kamera, keinen automatischen Scanner-Import, kein überwachtes Lieferantenpostfach und keinen Portalabruf. Die Belegbox beginnt mit dem manuellen Upload einer bereits vorhandenen PDF-, JPG-, PNG- oder XML-Datei. Damit bleibt sichtbar, wo der Capture-Prozess endet und wo die geordnete Dateiablage beginnt.
Bei normalen PDF- und Bildbelegen kann OCR Betrag, Lieferant, Währung und Belegdatum vorschlagen. Die heute editierbaren Belegbox-Metadaten bilden aber kein vollständiges Capture-Manifest: Dokumentart, Geschäftsgrund, Projekt, Teilnehmer, Zahlungsart, Kanal und eine versionierte Korrekturhistorie werden nicht als umfassender Fachworkflow behauptet. Byte-identische Uploads kann der SHA-256-Hash erkennen; wirtschaftlich gleiche Belege in anderen Dateien benötigen eine fachliche Prüfung.
Nach der Erfassung übernimmt der Owner Belegmanagement Metadaten, Dublettenklärung, Status und Export. Die rechnungsspezifische Papierstrecke steht unter Rechnung digitalisieren. Buchung, Vorsteuerentscheidung, Freigabe und Zahlung bleiben außerhalb der Capture-Funktion von Invoify. ${REVIEW}
Häufige Fragen
Wie digitalisiere ich Belege richtig?
Zeitnah vollständig erfassen, Lesbarkeit prüfen, Original sichern, OCR-Felder kontrollieren, Geschäftskontext ergänzen, Dubletten klären und geordnet weiterverarbeiten.
Reicht ein Handyfoto?
Ein Smartphone kann geeignet sein, wenn das Bild vollständig, lesbar und unverändert in einen dokumentierten Prozess übernommen wird.
Muss ich elektronische Belege ausdrucken?
Nein. Elektronisch empfangene Originale werden grundsätzlich in ihrem Format aufbewahrt; Ausdrucken und erneutes Scannen verschlechtert den Nachweis.
Was kann die Invoify-Belegbox?
Sie nimmt Fremdbelege auf, kann OCR-Vorschläge erzeugen und Dubletten per Dateihash unterstützen. Sie ist keine Buchhaltungs- oder Steuererklärungsfunktion.
Welche Belege sollte ich nicht ausdrucken und erneut scannen?
Elektronisch empfangene PDF-, XML- oder andere Originaldateien sollten grundsätzlich im empfangenen Format erhalten bleiben. Ein Ausdruck mit anschließendem Scan verliert technische Struktur und kann relevante Metadaten oder eingebettete Bestandteile abschneiden.