Was ist eine Auftragsbestätigung?
Die Auftragsbestätigung, kurz AB, beantwortet eine klare Frage: Welchen Auftrag nimmt der Anbieter an beziehungsweise welchen vereinbarten Inhalt bestätigt er? Bestellt der Kunde ohne vorausgehendes bindendes Angebot, kann die Auftragsbestätigung die Annahmeerklärung des Anbieters sein und damit den Vertrag zustande bringen. Hat der Kunde zuvor ein Angebot unverändert angenommen, besteht der Vertrag dagegen regelmäßig schon; die AB dokumentiert dann den gemeinsamen Stand.
Das Angebot steht typischerweise vor dem Auftrag und ist nach § 145 BGB grundsätzlich bindend, soweit die Bindung nicht wirksam ausgeschlossen wurde. Die Auftragsbestätigung folgt auf Angebot oder Bestellung; die Rechnung wird erst zur Abrechnung der Lieferung oder Leistung erstellt. Gerade im B2B-Geschäft hilft die AB, Missverständnisse über Menge, Preis und Termin auszuräumen, bevor produziert, bestellt oder geliefert wird.
Angebot, Auftragsbestätigung und Rechnung im Prozess
Angebot, Auftragsbestätigung und Rechnung werden leicht verwechselt, erfüllen aber unterschiedliche Aufgaben und folgen zeitlich aufeinander. Zusammen bilden sie die typische Belegkette eines Auftrags – von der ersten Anfrage bis zur Zahlung:
| Beleg | Zweck | Preise & Zahlung | Zeitpunkt |
|---|---|---|---|
| Angebot | Vertragsangebot; grundsätzlich bindend, soweit die Bindung nicht ausgeschlossen ist | Preise ja, Zahlung nein | Vor dem Auftrag |
| Auftragsbestätigung | Nimmt eine Bestellung an oder dokumentiert einen bereits vereinbarten Auftrag | Preise ja, Zahlung nein | Nach Bestellung oder Angebotsannahme |
| Lieferschein | Dokumentiert Art und Menge der gelieferten Ware | Meist ohne Preise, Zahlung nein | Bei der Lieferung |
| Rechnung | Fordert die Zahlung und weist die Umsatzsteuer aus | Preise ja, Zahlung ja | Nach Leistung oder Lieferung |
Wichtig ist die Reihenfolge: Die Auftragsbestätigung entsteht, sobald der Auftrag feststeht, und liefert die Grundlage für Lieferschein und Rechnung. Weil sie keine Zahlung auslöst, weist sie die Umsatzsteuer allenfalls informativ aus – die steuerlich verbindliche Ausweisung übernimmt erst die Rechnung. Welche Pflichtangaben dort zwingend sind, erklärt der Pillar-Ratgeber Rechnung schreiben im Detail.
Nicht jeder Auftrag durchläuft alle vier Stufen. Ein Angebot kann direkt in eine Rechnung münden, und der Lieferschein entfällt bei Dienstleistungen ganz. Die Auftragsbestätigung lohnt sich vor allem dann, wenn zwischen Zusage und Lieferung Zeit vergeht oder wenn Menge, Termin und Konditionen früh verbindlich festgehalten werden sollen.
Was gehört in eine Auftragsbestätigung?
Für die Auftragsbestätigung gibt es keinen gesetzlichen Pflichtkatalog wie bei der Rechnung. Damit sie ihren Zweck erfüllt – den Auftrag eindeutig und nachvollziehbar festzuhalten –, haben sich die folgenden Angaben in der Praxis bewährt. Eine Vorlage, die diese Punkte abdeckt, lässt sich für jeden neuen Auftrag wiederverwenden:
- Anbieter und Kunde: vollständige Anschrift beider Seiten.
- Auftragsbestätigungs-Nummer und -datum: eindeutig und nachvollziehbar vergeben.
- Bezug zum Auftrag: die Angebotsnummer oder die „Ihre Bestellnr." des Kunden, damit die AB eindeutig zuordenbar ist.
- Leistung, Menge und Preise: je Position eine klare Bezeichnung mit Menge und Einzelpreis.
- Liefer- oder Wunschtermin: der vereinbarte oder gewünschte Liefer- beziehungsweise Leistungszeitpunkt.
- Zahlungsbedingungen: Zahlungsziel, Zahlungsart und – falls vereinbart – Skonto.
- Kopf- und Fußtext: ein Bestätigungssatz sowie Hinweise zu Lieferung, AGB oder Vorbehalten.
Ist eine Auftragsbestätigung rechtlich bindend?
Ob eine Auftragsbestätigung den Vertrag erst entstehen lässt oder nur dokumentiert, hängt vom vorausgegangenen Austausch ab. Nimmt sie eine Bestellung des Kunden ohne Änderungen an, können mit ihrem Zugang Angebot und Annahme übereinstimmen. Hat der Kunde ein vorheriges Angebot bereits unverändert angenommen, ist der Vertrag regelmäßig schon geschlossen. Weicht die Auftragsbestätigung von der Bestellung ab, gilt sie grundsätzlich als Ablehnung verbunden mit einem neuen Angebot (§ 150 Abs. 2 BGB), das der Kunde seinerseits annehmen muss.
Nicht mit dem kaufmännischen Bestätigungsschreiben verwechseln
Das kaufmännische Bestätigungsschreiben ist eine eigenständige, gewohnheitsrechtlich anerkannte Rechtsfigur. Es bestätigt zeitnah den Inhalt vorausgegangener Vertragsverhandlungen zwischen kaufmännisch am Geschäftsverkehr teilnehmenden Parteien. Nur wenn seine besonderen Voraussetzungen erfüllt sind, kann ausnahmsweise ein unverzüglicher Widerspruch erforderlich sein. Eine gewöhnliche Auftragsbestätigung wird nicht allein durch ihre Überschrift oder den B2B-Kontext zu einem solchen Schreiben; Schweigen auf eine normale AB ist daher nicht pauschal Zustimmung.
Auftragsbestätigung schreiben: Schritt für Schritt
Eine Auftragsbestätigung zu schreiben, ist mit einer sauberen Struktur schnell erledigt – besonders, wenn bereits ein Angebot vorliegt. Die folgende Reihenfolge hat sich bewährt und lässt sich in jeder Software abbilden:
- Auftrag prüfenAngebotsannahme oder Bestellung des Kunden mit Menge, Preis und Termin abgleichen, bevor bestätigt wird.
- Kopfdaten erfassenAnbieter, Kunde, AB-Nummer und -datum sowie den Bezug zum Auftrag über die „Ihre Bestellnr." eintragen.
- Positionen übernehmenLeistungen mit Menge, Einzelpreis und – falls relevant – dem passenden Steuerfall aus dem Angebot übernehmen, statt sie neu zu erfassen.
- Termine und Konditionen ergänzenWunsch- oder Liefertermin sowie die Zahlungsbedingungen festhalten.
- Bestätigen und versendenBestätigungstext ergänzen, den Beleg als PDF festschreiben und an den Kunden senden – die Nummer wird beim Versand vergeben.
Auftragsbestätigung als eigener Belegtyp
In Invoify ist die Auftragsbestätigung ein eigener Belegtyp mit eigenem Nummernkreis (Präfix AB) – nicht nur ein umbenanntes Angebot. Sie bringt genau die Felder mit, die ein Auftrag braucht: Auftragsdatum, Wunschtermin und die „Ihre Bestellnr." für den Bestellbezug des Kunden. Weil sie kein Zahlbeleg ist, verzichtet sie bewusst auf einen Zahlcode und fordert keine Zahlung.
Der eigentliche Vorteil liegt in der durchgängigen Belegkette. Aus einem angenommenen Angebot lässt sich die Auftragsbestätigung direkt ableiten – Positionen, Preise, Steuerfall und Rabatte werden dabei übernommen, statt sie erneut zu tippen. Von der AB führt der Weg verlustfrei weiter: Preise und Steuerfall werden über den Lieferschein bis zur Rechnung durchgereicht. Jeder Beleg bleibt mit seinen Vorgängern verknüpft, sodass die Kette Angebot → Auftragsbestätigung → Lieferschein → Rechnung jederzeit nachvollziehbar ist.
So entsteht die Auftragsbestätigung nicht als isoliertes Dokument, sondern als der Beleg, der einen Auftrag verbindlich festhält und die Grundlage für alle Folgebelege liefert – ohne dieselben Daten mehrfach zu erfassen.
Häufige Fragen
Wie schreibe ich eine Auftragsbestätigung?
Eine Auftragsbestätigung enthält Anbieter und Kunde, eine eigene AB-Nummer samt Datum, den Bezug zum Auftrag (Angebots- oder Bestellnummer), die Positionen mit Menge und Preis, den Liefer- oder Wunschtermin sowie die Zahlungsbedingungen. Am einfachsten leitest du sie aus dem angenommenen Angebot ab und ergänzt Termin und Bestellbezug.
Ist eine Auftragsbestätigung rechtlich bindend?
Das hängt vom Ablauf ab. Nimmt sie eine Bestellung des Kunden ohne Änderungen an, kann mit ihrem Zugang der Vertrag zustande kommen. Wurde zuvor bereits ein Angebot unverändert angenommen, dokumentiert sie regelmäßig nur den bestehenden Vertrag. Weicht sie von der Bestellung ab, ist sie grundsätzlich ein neues Angebot. Eine normale Auftragsbestätigung ist nicht automatisch ein kaufmännisches Bestätigungsschreiben.
Wann gilt ein Auftrag als bestätigt?
Ein Vertrag kommt zustande, sobald Angebot und Annahme inhaltlich übereinstimmen. Das kann bereits durch die unveränderte Annahme eines Angebots geschehen oder erst durch eine Auftragsbestätigung, die eine Bestellung des Kunden annimmt. Schweigen allein ist grundsätzlich keine Zustimmung.
Wie bestätige ich einen Auftrag?
Du bestätigst einen Auftrag, indem du dem Kunden eine Auftragsbestätigung mit den vereinbarten Leistungen, Preisen und Terminen zusendest. Liegt ein Angebot vor, genügt es, dieses zu übernehmen, den Bestellbezug und den Wunschtermin zu ergänzen und den Beleg als PDF zu versenden.