Rechnung prüfen: Kurzantwort und klare Abgrenzung
Die Prüfreihenfolge reduziert doppelte Arbeit: Eine offensichtlich fremde oder doppelte Rechnung wird gestoppt, bevor jemand jede Position nachrechnet. Bei korrekter Identität folgt der Drei-Wege-Abgleich aus Bestellung, Wareneingang beziehungsweise Leistungsbestätigung und Rechnung. Ohne Bestellung übernehmen Vertrag, Angebot, Projektfreigabe und Leistungsnachweis diese Rolle.
Was muss auf eine Rechnung? bleibt die Referenz für Pflichtangaben aus Sicht des Ausstellers. Dieser Beitrag gehört zur Empfängerseite. Die anschließende Rollenentscheidung behandelt Rechnungsfreigabe; Vorsteuerabzug und Kontierung werden nicht als eigener Buchungsleitfaden übernommen.
Entscheidungsmatrix für Rechnung prüfen
| Situation | Prüffrage | Entscheidung | Nachweis |
|---|---|---|---|
| Unbekannter Absender | Lieferant, Domain oder Bankverbindung passt nicht zu den Stammdaten. | Beleg und Zahlung werden gesperrt und unabhängig verifiziert. | Vertrag, Registerdaten und Rückruf über bekannten Kontakt. |
| Formaler Mangel | Pflichtangabe, Rechnungsnummer oder Leistungsdatum fehlt beziehungsweise ist unklar. | Korrigierte Rechnung wird beim Aussteller angefordert. | Mängelliste, Kommunikation und neue Belegreferenz. |
| Sachliche Abweichung | Menge, Preis oder Leistung stimmt nicht mit Bestellung und Empfang überein. | Fachverantwortlicher klärt Differenz vor Freigabe. | Bestellung, Lieferschein, Abnahme und dokumentierte Einigung. |
| Rechnerische Abweichung | Positions-, Steuer- oder Gesamtsumme geht nicht auf. | Rechnung wird nicht eigenmächtig angepasst, sondern beanstandet. | eigene Kontrollrechnung und korrigierter Beleg. |
Unbekannter Absender
Lieferant, Domain oder Bankverbindung passt nicht zu den Stammdaten. Für den Themenbereich Rechnung prüfen folgt daraus eine klare Arbeitsentscheidung: Beleg und Zahlung werden gesperrt und unabhängig verifiziert. Die Entscheidung wird nicht nur im fertigen Dokument sichtbar, sondern bereits am zugrunde liegenden Vorgang festgehalten. Als belastbarer Nachweis dienen Vertrag, Registerdaten und Rückruf über bekannten Kontakt. So kann eine zweite Person später erkennen, welche Tatsachen geprüft wurden und weshalb genau dieses Ergebnis freigegeben wurde.
Formaler Mangel
Pflichtangabe, Rechnungsnummer oder Leistungsdatum fehlt beziehungsweise ist unklar. Für den Themenbereich Rechnung prüfen folgt daraus eine klare Arbeitsentscheidung: Korrigierte Rechnung wird beim Aussteller angefordert. Die Entscheidung wird nicht nur im fertigen Dokument sichtbar, sondern bereits am zugrunde liegenden Vorgang festgehalten. Als belastbarer Nachweis dienen Mängelliste, Kommunikation und neue Belegreferenz. So kann eine zweite Person später erkennen, welche Tatsachen geprüft wurden und weshalb genau dieses Ergebnis freigegeben wurde.
Sachliche Abweichung
Menge, Preis oder Leistung stimmt nicht mit Bestellung und Empfang überein. Für den Themenbereich Rechnung prüfen folgt daraus eine klare Arbeitsentscheidung: Fachverantwortlicher klärt Differenz vor Freigabe. Die Entscheidung wird nicht nur im fertigen Dokument sichtbar, sondern bereits am zugrunde liegenden Vorgang festgehalten. Als belastbarer Nachweis dienen Bestellung, Lieferschein, Abnahme und dokumentierte Einigung. So kann eine zweite Person später erkennen, welche Tatsachen geprüft wurden und weshalb genau dieses Ergebnis freigegeben wurde.
Rechnerische Abweichung
Positions-, Steuer- oder Gesamtsumme geht nicht auf. Für den Themenbereich Rechnung prüfen folgt daraus eine klare Arbeitsentscheidung: Rechnung wird nicht eigenmächtig angepasst, sondern beanstandet. Die Entscheidung wird nicht nur im fertigen Dokument sichtbar, sondern bereits am zugrunde liegenden Vorgang festgehalten. Als belastbarer Nachweis dienen eigene Kontrollrechnung und korrigierter Beleg. So kann eine zweite Person später erkennen, welche Tatsachen geprüft wurden und weshalb genau dieses Ergebnis freigegeben wurde.
Rechnung prüfen Schritt für Schritt umsetzen
- Eingang sichernSpeichere Original, Kanal, Zeitpunkt und Dateihash.
- Dubletten prüfenVergleiche Lieferant, Nummer, Datum, Betrag, IBAN und Hash.
- Form prüfenKontrolliere Parteien, Nummer, Daten, Beschreibung, Entgelt und Steuerangaben.
- Leistung abgleichenVergleiche Positionen mit Bestellung, Vertrag, Liefer- oder Leistungsnachweis.
- Rechnung nachrechnenBerechne Positionen, Nachlässe, Steuergruppen und Zahlbetrag unabhängig nach.
- Zahlungsdaten sichernPrüfe IBAN, Fälligkeit, Skonto und bereits geleistete Zahlungen.
- Ergebnis dokumentierenSetze geprüft, beanstandet oder in Klärung mit Grund und Owner.
Eingang sichern
Speichere Original, Kanal, Zeitpunkt und Dateihash. Der Schritt ist abgeschlossen, sobald Belegidentität und Zugang nachvollziehbar sind. Das Ergebnis wird mit Datum und verantwortlicher Person am Vorgang dokumentiert. Für Rechnung prüfen ist diese kleine Kontrolle wichtiger als eine bloße Statusmarkierung, weil sie Eingabe, Entscheidung und Beleg miteinander verbindet. Verdächtige Dateien bleiben in Quarantäne. In diesem Fall wird nicht improvisiert, sondern die Abweichung mit einer konkreten Rückfrage und einem nächsten Prüftermin weitergegeben.
Dubletten prüfen
Vergleiche Lieferant, Nummer, Datum, Betrag, IBAN und Hash. Der Schritt ist abgeschlossen, sobald derselbe Anspruch nur einmal verarbeitet wird. Das Ergebnis wird mit Datum und verantwortlicher Person am Vorgang dokumentiert. Für Rechnung prüfen ist diese kleine Kontrolle wichtiger als eine bloße Statusmarkierung, weil sie Eingabe, Entscheidung und Beleg miteinander verbindet. Ähnliche Sammel- oder Abschlagsbelege werden fachlich unterschieden. In diesem Fall wird nicht improvisiert, sondern die Abweichung mit einer konkreten Rückfrage und einem nächsten Prüftermin weitergegeben.
Form prüfen
Kontrolliere Parteien, Nummer, Daten, Beschreibung, Entgelt und Steuerangaben. Der Schritt ist abgeschlossen, sobald alle für den Fall erforderlichen Angaben vorhanden sind. Das Ergebnis wird mit Datum und verantwortlicher Person am Vorgang dokumentiert. Für Rechnung prüfen ist diese kleine Kontrolle wichtiger als eine bloße Statusmarkierung, weil sie Eingabe, Entscheidung und Beleg miteinander verbindet. Kleinbetrags- und Sonderfälle erhalten ihre eigene Regel. In diesem Fall wird nicht improvisiert, sondern die Abweichung mit einer konkreten Rückfrage und einem nächsten Prüftermin weitergegeben.
Leistung abgleichen
Vergleiche Positionen mit Bestellung, Vertrag, Liefer- oder Leistungsnachweis. Der Schritt ist abgeschlossen, sobald Menge, Qualität, Zeitraum und Preis bestätigt sind. Das Ergebnis wird mit Datum und verantwortlicher Person am Vorgang dokumentiert. Für Rechnung prüfen ist diese kleine Kontrolle wichtiger als eine bloße Statusmarkierung, weil sie Eingabe, Entscheidung und Beleg miteinander verbindet. Teil- und Minderleistungen werden separat geklärt. In diesem Fall wird nicht improvisiert, sondern die Abweichung mit einer konkreten Rückfrage und einem nächsten Prüftermin weitergegeben.
Rechnung nachrechnen
Berechne Positionen, Nachlässe, Steuergruppen und Zahlbetrag unabhängig nach. Der Schritt ist abgeschlossen, sobald jede Summe ohne unerklärte Differenz herleitbar ist. Das Ergebnis wird mit Datum und verantwortlicher Person am Vorgang dokumentiert. Für Rechnung prüfen ist diese kleine Kontrolle wichtiger als eine bloße Statusmarkierung, weil sie Eingabe, Entscheidung und Beleg miteinander verbindet. Rundungen werden nach vereinbarter Methode bewertet. In diesem Fall wird nicht improvisiert, sondern die Abweichung mit einer konkreten Rückfrage und einem nächsten Prüftermin weitergegeben.
Zahlungsdaten sichern
Prüfe IBAN, Fälligkeit, Skonto und bereits geleistete Zahlungen. Der Schritt ist abgeschlossen, sobald nur legitime und offene Forderungen bezahlt werden. Das Ergebnis wird mit Datum und verantwortlicher Person am Vorgang dokumentiert. Für Rechnung prüfen ist diese kleine Kontrolle wichtiger als eine bloße Statusmarkierung, weil sie Eingabe, Entscheidung und Beleg miteinander verbindet. Bankänderungen benötigen Bestätigung außerhalb der Rechnung. In diesem Fall wird nicht improvisiert, sondern die Abweichung mit einer konkreten Rückfrage und einem nächsten Prüftermin weitergegeben.
Ergebnis dokumentieren
Setze geprüft, beanstandet oder in Klärung mit Grund und Owner. Der Schritt ist abgeschlossen, sobald der nächste Schritt und die Zahlungswirkung eindeutig sind. Das Ergebnis wird mit Datum und verantwortlicher Person am Vorgang dokumentiert. Für Rechnung prüfen ist diese kleine Kontrolle wichtiger als eine bloße Statusmarkierung, weil sie Eingabe, Entscheidung und Beleg miteinander verbindet. Eine bloße E-Mail „passt“ ersetzt keinen Vorgangsstatus. In diesem Fall wird nicht improvisiert, sondern die Abweichung mit einer konkreten Rückfrage und einem nächsten Prüftermin weitergegeben.
| Prüfebene | Kernfragen | Typischer Nachweis |
|---|---|---|
| Identität | Ist der Absender echt und der Empfänger richtig? | Stammdaten, Vertrag, bekannte Kontaktdaten |
| Formal | Sind erforderliche Rechnungsangaben vorhanden? | § 14 UStG, Sonderregel, Rechnung |
| Sachlich | Wurde richtig und vollständig geleistet? | Bestellung, Lieferschein, Abnahme |
| Rechnerisch | Gehen Positionen, Steuer und Zahlbetrag auf? | Kontrollrechnung |
| Zahlung | Ist Forderung offen, fällig und auf legitimes Konto zahlbar? | OP-Status, Bankstamm, Freigabe |
Praxisbeispiele für Rechnung prüfen
Falsche Liefermenge
Die Rechnung nennt 100 Stück, der bestätigte Wareneingang nur 92. Die verantwortliche Person entscheidet deshalb: Die Fachabteilung klärt Nachlieferung oder Rechnungskorrektur und sperrt den Differenzbetrag. Im Ergebnis geht kein unbestätigter Wareneingang in die Zahlung ein. Das Beispiel zeigt, dass Rechnung prüfen nicht durch eine einzelne Checkbox erledigt ist. Erst das Zusammenspiel aus Ausgangsdaten, dokumentierter Prüfung und kontrolliertem Ergebnis macht den Vorgang für Empfänger, Team und spätere Prüfungen nachvollziehbar.
Neue IBAN
Ein vertrauter Lieferant nennt ohne Vorankündigung ein anderes Konto. Die verantwortliche Person entscheidet deshalb: Die Änderung wird über die bekannte Telefonnummer verifiziert und protokolliert. Im Ergebnis ist die formal korrekte Rechnung zusätzlich gegen Zahlungsbetrug abgesichert. Das Beispiel zeigt, dass Rechnung prüfen nicht durch eine einzelne Checkbox erledigt ist. Erst das Zusammenspiel aus Ausgangsdaten, dokumentierter Prüfung und kontrolliertem Ergebnis macht den Vorgang für Empfänger, Team und spätere Prüfungen nachvollziehbar.
Doppelte Rechnung
PDF und ZUGFeRD desselben Belegs treffen über zwei Kanäle ein. Die verantwortliche Person entscheidet deshalb: Nummer, Lieferant, Betrag und strukturierte Identität werden als ein Vorgang zusammengeführt. Im Ergebnis entsteht keine zweite Zahlungsfreigabe. Das Beispiel zeigt, dass Rechnung prüfen nicht durch eine einzelne Checkbox erledigt ist. Erst das Zusammenspiel aus Ausgangsdaten, dokumentierter Prüfung und kontrolliertem Ergebnis macht den Vorgang für Empfänger, Team und spätere Prüfungen nachvollziehbar.
Typische Fehler bei Rechnung prüfen
Nur Pflichtfelder abhaken
Eine vollständige Rechnung kann eine nie erbrachte Leistung abrechnen. Die fachliche Korrektur lautet: Formale und sachliche Prüfung bleiben getrennt. Als dauerhafte Kontrolle wird Zahlungsfreigabe einen Leistungsnachweis verlangt. Dadurch wird der Fehler nicht nur in einem Einzelfall repariert. Der Ablauf rund um Rechnung prüfen erhält eine Regel, die denselben Fehler bei der nächsten Rechnung, Datei oder Bestandsbewegung früh sichtbar macht.
Beleg selbst korrigieren
Der Empfänger verändert ein fremdes Rechnungsdokument ohne Ausstellerbezug. Die fachliche Korrektur lautet: Der Aussteller liefert eine eindeutige Korrektur. Als dauerhafte Kontrolle wird alte und neue Fassung verbunden archiviert. Dadurch wird der Fehler nicht nur in einem Einzelfall repariert. Der Ablauf rund um Rechnung prüfen erhält eine Regel, die denselben Fehler bei der nächsten Rechnung, Datei oder Bestandsbewegung früh sichtbar macht.
OCR als Wahrheit behandeln
Erkannte Zahl oder IBAN kann vom Original abweichen. Die fachliche Korrektur lautet: OCR dient als Vorschlag und wird gegen die Datei geprüft. Als dauerhafte Kontrolle wird kritische Felder bei niedriger Konfidenz blockieren. Dadurch wird der Fehler nicht nur in einem Einzelfall repariert. Der Ablauf rund um Rechnung prüfen erhält eine Regel, die denselben Fehler bei der nächsten Rechnung, Datei oder Bestandsbewegung früh sichtbar macht.
Prüfung und Zahlung in einer Rolle
Fehler oder Missbrauch bleiben ohne unabhängige Kontrolle. Die fachliche Korrektur lautet: Berechtigungen und Schwellen werden risikogerecht getrennt. Als dauerhafte Kontrolle wird regelmäßige Rechteprüfung durchgeführt. Dadurch wird der Fehler nicht nur in einem Einzelfall repariert. Der Ablauf rund um Rechnung prüfen erhält eine Regel, die denselben Fehler bei der nächsten Rechnung, Datei oder Bestandsbewegung früh sichtbar macht.
Freigabe-Checkliste: Rechnung prüfen
- Rechtsträger und Geschäftsvorgang eindeutig
- Originaldatei oder Papierherkunft dokumentiert
- Leistung, Datum, Betrag und Steuerfelder geprüft
- Bestellung, Vertrag oder Anlass verknüpft
- Dubletten und widersprüchliche Fassungen ausgeschlossen
- Rolle, Status und nächster Schritt sichtbar
- Änderungen und Korrekturen nachvollziehbar
- Aufbewahrung, Berechtigung und Export getestet
Die Checkliste wird nicht erst am Ende eines Monats abgearbeitet. Sie gehört an den einzelnen Vorgang, solange Rückfragen noch ohne aufwendige Rekonstruktion beantwortet werden können. Pflichtfelder verhindern einfache Lücken; fachliche Ausnahmen brauchen zusätzlich eine kurze Begründung. So bleibt Rechnung prüfen auch dann kontrollierbar, wenn mehrere Personen Eingang, Prüfung, Freigabe und Versand übernehmen.
Ein Vier-Augen-Prinzip ist besonders bei neuen Geschäftsfällen, geänderten Stammdaten und rechtlich sensiblen Entscheidungen sinnvoll. Wiederkehrende Standardfälle können nach dokumentierter Freigabe stärker automatisiert werden. Die Automatisierung übernimmt jedoch nur die freigegebene Regel. Sie darf eine fehlende Information nicht still durch einen plausibel wirkenden Standardwert ersetzen.
Dokumentation, Verantwortlichkeit und regelmäßige Pflege
Für Rechnung prüfen werden Eingangsdaten, Entscheidung, Ergebnis und Nachweis als zusammenhängender Vorgang geführt. Eine reine Dateiablage zeigt zwar das Endprodukt, aber nicht zwingend den Entscheidungsweg. Deshalb erhält jede Ausnahme einen Owner, einen Status und einen nächsten Schritt. Änderungen werden ergänzt oder versioniert; sie werden nicht durch stilles Überschreiben unsichtbar gemacht.
Die zugrunde liegende Arbeitsanweisung nennt außerdem ein Prüfdatum. Rechtliche Schwellen, technische Standards, externe Portale und interne Produktfunktionen können sich ändern. Bei der turnusmäßigen Kontrolle werden Primärquelle, tatsächlicher Prozess und veröffentlichte Aussage miteinander verglichen. Ändert sich nur eine Zahl, wird derselbe Intent-Owner aktualisiert; eine neue Jahres-URL ist dafür nicht erforderlich.
Der Eingang ist auf Eingangsrechnung erklärt eingeordnet. Danach folgen Rechnungsfreigabe und der Hub Rechnungsverarbeitung.
Rechnung prüfen und die Produktgrenzen von Invoify
Invoify besitzt eine Belegbox für manuell hochgeladene Fremdbelege. Bei normalen PDF- und Bilddateien kann OCR ausgewählte Felder vorschlagen; ein SHA-256-Dateihash unterstützt die Dublettenerkennung. Standalone UBL-/CII-XML und in ZUGFeRD-PDF eingebettete XML werden technisch validiert, bevor Invoify sie als E-Rechnung kennzeichnet und ausgewählte Kerndaten strukturiert anzeigt. Die Belegbox ist keine Finanzbuchhaltung, nimmt keine Kontierung, Vorsteuerentscheidung oder Zahlung vor und ersetzt keine formale, sachliche oder steuerliche Rechnungsfreigabe. Ausgangsrechnungen werden in einem eigenen vollständigen Beleglebenszyklus geführt.
Eine Funktion wird in diesem Leitfaden nur dann als Invoify-Funktion bezeichnet, wenn sie in der aktuellen Produktdokumentation belegt ist. Steuerliche Würdigung, rechtliche Einzelfallprüfung und externe Behördenverfahren bleiben bei den verantwortlichen Personen beziehungsweise deren Beratung. Diese Trennung verhindert, dass ein formal erzeugter Beleg mit einer fachlich freigegebenen Entscheidung verwechselt wird.
Offizielle Quellen und Prüfstand
Primärquellen sind § 146 AO, § 147 AO und die vom BMF veröffentlichten GoBD in der Fassung der zweiten Änderung vom 14. Juli 2025. Für Rechnungen gelten zusätzlich § 14 UStG und § 14b UStG. Letzter Quellencheck: 5. August 2026; nächste Prüfung: Januar 2027.
E-Rechnung prüfen: technisches Ergebnis und Geschäftsentscheidung trennen
Das BMF-Schreiben vom 15. Oktober 2025 ordnet die Validierung ausdrücklich ein: Sie kann Format und Geschäftsregeln prüfen, ersetzt beim Empfänger aber nicht die Kontrolle auf Vollständigkeit und Richtigkeit. Ein Prüfbericht ist deshalb ein wertvoller Teil der Akte, nicht die gesamte Freigabeakte.
| Prüfstufe | Kernfrage | Geeigneter Nachweis | Stoppsignal |
|---|---|---|---|
| 1. Datei und Sicherheit | Ist der Inhalt echt zum erwarteten Kanal und gefahrlos verarbeitbar? | Original, MIME-/Signaturprüfung, Hash und Eingangsmetadaten | unerwarteter Typ, Schadcode oder unklarer Absender |
| 2. Identität und Dublette | Gab es diesen Anspruch oder dieselbe Datei bereits? | Lieferant, Rechnungsnummer, Datum, Betrag, Hash und Kanalhistorie | zweiter Eingang desselben Belegs |
| 3. Technische Validierung | Erfüllt die XML Syntax-, EN-, CIUS- und Codelistenregeln des gewählten Profils? | Bericht mit Validator-, Regel- und Dateistand | blockierender Fehler oder Bericht zu anderem Hash |
| 4. Formale Angaben | Sind die für den konkreten Rechnungsfall erforderlichen Angaben vorhanden und richtig zugeordnet? | § 14 UStG, Sonderregel und strukturierte Felder | fehlende oder widersprüchliche Pflichtangabe |
| 5. Sachliche Leistung | Wurde die richtige Leistung in Menge, Qualität und Zeitraum erbracht? | Bestellung, Vertrag, Lieferschein oder Abnahme | nicht bestätigte Position oder falscher Preis |
| 6. Rechen- und Steuerprüfung | Sind Positionen, Nachlässe, Steuergruppen, Brutto und Zahlbetrag herleitbar? | unabhängige Kontrollrechnung und fachliche Steuerentscheidung | unerklärte Differenz oder unplausible Kategorie |
| 7. Zahlungsprüfung | Ist der Anspruch offen, fällig und die Bankverbindung legitim? | OP-Abgleich, bekannter Bankstamm und unabhängige Änderungsbestätigung | neue IBAN nur in der Rechnung |
| 8. Freigabe | Wer darf welche Fassung und welchen Betrag zur Zahlung weitergeben? | Rolle, Zeitpunkt, Betrag, Status und begründete Ausnahme | fehlende Berechtigung oder offener Klärfall |
Für einen möglichen Vorsteuerabzug enthält § 15 UStG eigene Voraussetzungen, darunter im einschlägigen Fall der Besitz einer nach §§ 14 und 14a ausgestellten Rechnung. Daraus folgt keine automatische Vorsteuerfreigabe durch den Dateiupload. Leistungsbezug, Unternehmereigenschaft, Ausschlüsse, Berichtigung und der konkrete Steuerfall bleiben fachlich zu beurteilen.
Beispiel: Ein grüner Validator, aber zwei offene Abweichungen
Konstruiertes Beispiel: Die Nordwerk GmbH sendet die XML-Rechnung RE-2026-184 über 2.380,00 Euro. Der Validator meldet keine blockierenden Profilfehler. Die Bestellung nennt jedoch zehn Geräte, der bestätigte Wareneingang nur neun. Außerdem weicht die IBAN von den bestätigten Lieferantenstammdaten ab. Das technisch grüne Ergebnis bleibt erhalten; der Vorgang erhält trotzdem den Status „in Klärung“ und darf nicht zur Zahlung weiterlaufen.
| Protokolleintrag | Feststellung | Entscheidung | Erforderliche Evidenz |
|---|---|---|---|
| Original und Technik | XML-Hash A7…F2, Profil erkannt, Validator ohne blockierenden Fehler | technische Stufe bestanden | Originaldatei und vollständiger Bericht |
| Dublettenabgleich | Nummer und Betrag noch nicht vorhanden | kein Dublettenhinweis | Suchergebnis mit Lieferantenbezug |
| Leistungsabgleich | 10 berechnet, 9 als geliefert bestätigt | sachliche Prüfung offen | Bestellung, Wareneingang und Lieferantenklärung |
| Bankabgleich | IBAN unterscheidet sich vom bekannten Bankstamm | Zahlung gesperrt | Rückruf über bekannte Kontaktdaten |
| Steuer und Summen | 19-Prozent-Gruppe rechnerisch plausibel | nur diese Teilprüfung bestanden | Kontrollrechnung; keine pauschale Vorsteuerentscheidung |
| Gesamtstatus | Technik grün, Sache und Zahlung offen | in Klärung | Owner, Frist und erwartete Korrektur beziehungsweise Bestätigung |
- Jeder Status bezieht sich auf exakt eine über Hash identifizierte Rechnungsfassung.
- Technische Fehler, formale Mängel und sachliche Abweichungen erhalten getrennte Gründe.
- Eine Korrektur ersetzt das erste Original nicht, sondern wird eindeutig damit verbunden.
- Teilprüfungen werden nicht als Gesamtfreigabe dargestellt.
- Neue Bankdaten werden nie nur über die Kontaktdaten aus der verdächtigen Rechnung bestätigt.
- Owner, Frist und Zahlungswirkung jedes offenen Punkts sind sichtbar.
Was Invoify bei einer Eingangsrechnung prüft – und wo Menschen entscheiden
Beim manuellen Upload in die Belegbox gleicht Invoify den deklarierten Dateityp mit der Signatur ab und bildet einen SHA-256-Hash gegen byte-identische Dubletten. Standalone UBL-/CII-XML wird direkt, bei ZUGFeRD die eingebettete XML im vollständigen PDF-Container verarbeitet. Nur nach erfolgreicher technischer Validierung erhält der Beleg die E-Rechnungs-Kennzeichnung; ausgewählte Kernfelder werden strukturiert ausgelesen. Für gewöhnliche PDF- und Bildbelege kann OCR Felder vorschlagen.
Invoify führt damit keine automatische Lieferantenbuchung, keine vollständige formale oder sachliche Prüfung, keine Vorsteuerentscheidung und keine Zahlungsfreigabe durch. Auch ein erkannter Betrag, Lieferant oder E-Rechnungsstatus bleibt gegen Original und Geschäftsvorgang zu prüfen. Die Belegbox unterstützt Eingang und Ablage; ein mehrstufiger Kreditoren- und Freigabeworkflow wird nicht als vorhandene Produktfunktion behauptet. ${REVIEW}
Position und Eingangsregister vertiefen
Die Einzelprüfung greift auf eine verständliche Leistungsbeschreibung zurück. Über mehrere Belege hinweg hält ein getrenntes Rechnungseingangsbuch Eingang, Status und Zahlung steuerbar.
| Vertiefung | Wann dorthin wechseln |
|---|---|
| Leistungsbeschreibung auf Rechnungen | wenn Art, Umfang, Menge und Referenzen konkret geprüft werden |
| Rechnungseingangsbuch mit CSV | wenn alle Eingangsrechnungen chronologisch und statusbezogen gesteuert werden |
Häufige Fragen
Was muss ich bei einer Rechnung prüfen?
Absender und Empfänger, Pflichtangaben, Auftrag, tatsächliche Leistung, Mengen und Preise, Rechenweg, Steuerdaten, Bankverbindung, Fälligkeit und mögliche Dublette.
Wer darf eine Rechnung sachlich prüfen?
Eine fachlich zuständige und berechtigte Person, die Leistung oder Lieferung beurteilen kann. Rollen und Betragsgrenzen sollte das Unternehmen dokumentieren.
Darf ich eine fehlerhafte Rechnung selbst ändern?
Nein, die fremde Originalrechnung wird nicht eigenmächtig verändert. Der Aussteller sollte eine korrekte, eindeutig referenzierte Fassung liefern.
Prüft Invoify Eingangsrechnungen automatisch?
Die Belegbox unterstützt Upload, OCR-Vorschläge und Dublettenhinweise. Eine vollständige formale, sachliche und steuerliche Freigabe wird nicht als Automatik behauptet.
Reicht ein grüner E-Rechnungsvalidator für die Rechnungsfreigabe?
Nein. Ein grünes Ergebnis betrifft die vom Werkzeug geprüften Format- und Geschäftsregeln. Identität, Dublette, tatsächliche Leistung, steuerlicher Einzelfall, legitime Zahlungsdaten und Freigabeberechtigung müssen separat geprüft werden.